Großangelegte Übung im Wasserkraftwerk

Explosion, Brand und zwei verunglückte Arbeiter in einem unterirdischen Gang: Bei einer großangelegten Übung am Montag, dem 19. Oktober 2026, trainierten wir gemeinsam mit den beiden umliegenden Feuerwehren, Rettung und der EVN den Ernstfall unter anspruchsvollen Bedingungen.

Ein Wasserkraftwerk ist auch für uns kein gewöhnlicher Einsatzort: rasches Handeln, klare Kommunikation und ein abgestimmtes Vorgehen sind im Ernstfall gefragt.

Aus diesem Grund führte die Freiwillige Feuerwehr St. Pölten-Ochsenburg eine großangelegte Einsatzübung gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren St. Pölten-St. Georgen und Wilhelmsburg-Stadt, dem örtlichen Samariterbund und der EVN durch. Das Wasserkraftwerk in der Fabrikstraße bot dafür die optimale Umgebung, in der die unterschiedlichen Einsatzlagen unter realistischen Bedingungen trainiert werden konnten.

Ein Unfall während Revisionsarbeiten an einer Turbine bildete die Grundlage für das realitätsnahe Übungsszenario. Zwei Arbeiter verunglückten in einem unterirdischen Gang und lösten dadurch eine Explosion aus. Zusätzlich wurde ein Brand westlich des Kraftwerksgebäudes angenommen. Die anfangs unübersichtliche Lage, mehrere Einsatzstellen und schwer zugängliche Bereiche stellten die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen.

Technische Menschenrettung unter schwierigen Bedingungen

Die Rettung der beiden verunglückten Arbeiter erforderte eine sorgfältige Planung und den Einsatz spezieller Ausrüstung. Mithilfe einer Korbschleiftrage wurden die Personen aus dem unterirdischen Bereich gerettet. Ein vorinstallierter Flaschenzug erleichterte die Arbeiten unter größtmöglicher Sicherheit, denn: die Eigensicherung hat jederzeit höchste Priorität.

Brandbekämpfung und starke Zusammenarbeit

Parallel dazu wurde der angenommene Brand westlich des Gebäudes mit der Drehleiter und mehreren Strahlrohren bekämpft. Im Gebäude selbst wurden vermisste Personen von Atemschutztrupps gerettet und die Brandbekämpfung im Innenangriff durchgeführt. Die gleichzeitige Bewältigung der unterschiedlichen Szenarien erforderte eine klare Koordination und eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Einheiten.

Als organisierende Feuerwehr war es uns ein besonderes Anliegen, unter realitätsnahen Bedingungen eine abgestimmte Vorgehensweise und Zusammenarbeit zwischen den Organisationen zu stärken. Solche Übungen helfen, Abläufe zu festigen, technische Rettungsmöglichkeiten zu trainieren und sich bestmöglich auf mögliche Ernstfälle vorzubereiten.

Wir bedanken uns bei der EVN für die Bereitstellung des Wasserkraftwerks als Übungsobjekt und die Teilnahme sowie bei den Feuerwehren St. Pölten-St. Georgen und Wilhelmsburg-Stadt und dem Samariterbund St. Georgen für die engagierte Zusammenarbeit.

Gemeinsam üben heißt, im Ernstfall vorbereitet zu sein.

An dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an unseren Medienkünstler Andreas Kotzmann-Krickl für die videografische Begleitung der Übung.